-->
   
 
  Bungsberg-CTF 2006
 

Niko M. und Christian W. stellten über die Bungsberg-CTF vom 19.11.2006 einen Bericht ins Internet:
Am 19.11. fuhren Niko und ich  nach Eutin, um an der Bungsberg CTF des ortsansässigen Sportvereins TS Riemann teilzunehmen. Für mich sollte es die erste offizielle CTF sein. Das relativ milde und ruhige Novemberwetter hatte neben uns noch etwa 60-70 weitere Fahrer mit mehr oder minder grob bestollten Vehikeln ins östliche Hügelland gelockt. Alle wollten die Höhenluft des immerhin 168m messenden Bungsberges schnuppern. Wir Küstenbewohner sind solch dünne Luft ja nicht gewohnt und machten uns schon auf spürbare Leistungseinbußen gefasst.
Um die Konkurrenz psychologisch im Zaum zu halten, hatte Niko sich zuvor einen richtig fetten Schlappen auf das Hinterrad montiert, einen wirklich grobstolligen breiten Treckerreifen, der nur mit einigen Modifikationen durch den Hinterbau seines Rades passte. Manch optimistischer Crosser hatte den Herbst noch nicht richtig verinnerlicht und noch die Semislicks für trockenen Untergrund aufgezogen.
Also: trocken war der Waldboden nicht wirklich, aber von oben fiel während der ganzen Tour kaum ein Tropfen, was die Angelegenheit sehr angenehm machte. Der bedeckte Himmel war beim Fahren im Wald vorteilhaft, weil keine harten Kontraste die Augen anstrengten und keine ständigen Licht-Schattenwechsel das Erkennen von Hindernissen und der optimalen Fahrspur erschwerten.
Wie üblich wurden am Start mehrere Gruppen gebildet, um jedem Leistungsanspruch gerecht zu werden. Eine wirklich schnelle Gruppe wurde mangels geeignetem Guide nicht gebildet. Wir hatten uns ohnehin die zweite Gruppe vorgenommen, die nun die erste sein sollte. So nahmen wir also mit etwa 15 anderen Fahrern die längste angebotene Strecke von 68km als erste in Angriff - die Anfahrt sollte sich ja auch lohnen. Eine Hälfte war mit Crossrädern, die andere mit MTBs unterwegs.
Nach meinem Empfinden wurde die allermeiste Zeit relativ verhalten gefahren. Aber am Hügel wegfahren ging ja nicht, solange der Guide sich hinter mir bzw. uns befand und nicht überall Streckenmarkierungen waren. Sowohl Streckenverlauf als auch -profil waren interessant und abwechslungsreich: immer schön Berg- und Talbahn mit unterschiedlichen Untergründen, viel bunter Herbstwald - so muss das sein! Das macht Laune! Fahrtechnisch wirklich anspruchsvoll war die Strecke bis auf wenige Abschnitte nicht. Ein wenig heikel waren höchstens die schlammig-lehmigen Passagen, auf denen die Reifen mitunter schwer kontrollierbar hin- und herdrifteten. Bergauf verließ einen dann schon mal die Traktion, wenn das Hinterrad keinen festen Halt auf Gras oder so gefunden hat. Andere Passagen im Wald waren wiederum von Regen durchweicht und anschließend wohl von schweren Fahrzeugen stark zerwühlt worden. Mittendrin absteigen war weniger ratsam, also musste man überall durchwühlen, was aber in keinem Fall problematisch war. So richtig schön im Schlamm wühlen bis das Getriebe knirscht; das mutet auch ein wenig an wie die Fortsetzung der guten alten Sandkastenzeit, nur eben mit anderen Mitteln. Die Spielzeuge werden halt komplizierter (und teurer). Sich einzusauen macht irgendwie Spaß, auch, wenn man eigentlich schon groß ist .
Ein Beinahe-Zusammenstoß mit einem Wildschwein verlief glimpflich, was nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken war, dass selbiges offenkundig zuvor durch Einwirkung äußerer Gewalt zur Strecke gebracht wurde.
Den kurzen, aber heftigen finalen Anstieg zur Hügelspitze, wo sich auch das einzige gut bestückte Verpflegungsdepot befand, welches drei mal angesteuert wurde, schaffte - so weit ich informiert bin - nur ein MTB-Fahrer. Ich war zwar beide Male zuerst am Fuß der Rampe und hatte den 34er-Rettungsring (nebst 22er-Blatt vorne) aufgelegt, fand aber den optimalen Weg nicht und scheiterte dann an der Steigung bzw. an der Reifentraktion im Laub und musste wie die anderen hinaufschieben/-tragen. Der Sieger erhielt ein Freibier. Als Zugeständnis an die noch zu bewältigenden Abfahrten wurde ihm gestattet, diese Prämie erst im Ziel und nicht schon am Depot zu verköstigen.
Bei den Abfahrten war ich schon froh, auf einem MTB, noch dazu auf einem Stahlross, zu sitzen. Der schlanke Rahmen, die breiten Reifen und vor allem auch die gedämpfte Federgabel gewähren einen Fahrkomfort, den die Crosser auf manchem steinigen Weg wohl vermisst haben.
Nach 68km und immerhin 880 Höhenmetern hieß es für uns erstmal ab zum Duschen. Mit der Schlammpackung konnten die Räder schließlich nicht direkt ins Auto! Kurz nach der Abfahrt setzte andauerndes Schauerwetter ein, so dass wir mit der Tour wirklich Glück hatten. Es ist ja nicht so, dass ich sonst kaum im Gelände fahren würde, aber was das CTF-Fahren betrifft, so bin ich auf den Geschmack gekommen.