-->
   
 
  Hamburg-Berlin
 


Wir sind ROADHAMMER
 
Zeitfahren Hamburg- Berlin am 16.10.10
280 km in 11h 46 min
 
Während einer Kaffeepause bei dem Herbsterlebnis wurde die Idee geboren: Roadhammer.
Roadhammer mit „a“ nicht mit „ä“- so wie Rockwolle!
 
Detlef und Gerald nahmen mir das Versprechen ab, bei dem Zeitfahren Hamburg-Berlin das Team zu unterstützen. Nach leichtem Zögern, schließlich ging es hier um 275km, sagte ich zu.
 
Mein Vorschlag, das Fahren in der Gruppe zu trainieren, wurde gerne angenommen. Eine Nachtfahrt, für die erste halbe Stunde, und eine längere Ausdauerfahrt im LSD-Tempo (long- slow- distance) würde reichen. Eigentlich sollte unser Team ja noch durch Heinz verstärkt werden, doch er zog es vor sich in Damp rehabilitieren zu lassen !? Also stand das Ziel unserer Trainingsrunde fest. Von der Levensauer Hochbrücke aus starteten wir eine Runde um die Schlei - in Missunde wurde diese mit der Fähre überquert und dort unser Besuch in Damp angekündigt. In Kappeln suchte Detlef den Kuchen vergeblich und wir erfreuten uns an einem Fischbrötchen. Detlef drängte etwas zum Aufbruch - in Damp würde es Kaffee und Kuchen geben - und bis Damp war es dann nicht mehr weit. In Damp drehen die Drehtüren wirklich langsam !! - doch der Kuchen war lecker.
 
Am Samstag, den 16.10., trafen wir uns dann beizeiten (04:30 Uhr!), um zum Startort Altengamme-HH aufzubrechen. In Eutin regnete es in Strömen und so war ich schon nass bevor es losging. Am Fährhaus wehte ein gefühlt eisiger Wind. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Warmen verpassten wir unseren Aufruf und starteten mit wichtigen Sekunden Rückstand.
 
Bloß nicht auf den ersten Metern schon einen Platten! Ah, da stand schon die Konkurrenz rechts und links am Straßenrand und flickte. Wir zählten mit.
 
Von Defekten dieser Art blieben wir aber verschont. Doch der, laut Wetterbericht aus Nord wehende Wind, entschied sich uns stürmisch von Ost/Nordost zu begegnen. So forderte er auch schon seine Opfer. Nach der ersten Kontrolle in Dömitz erweiterte sich unser kleines Dreierteam auf sieben Fahrer.
 
Ab Polz wollte ich dann mal eine neue Streckenvariante ausprobieren. Diese landete allerdings relativ schnell auf einem weichsandigen Waldweg. Noch 3-400 m, dann würde dies vielleicht besser!? Nicht nur unser Team auch die anderen vier waren gefolgt, aber nicht wirklich davon überzeugt - also drehten wir wieder um, um zur B195 zurück zu kehren. Nach 10 Jahren HH-B ist es wohl nicht so einfach neue Varianten zu finden.
Ich versprach Windschatten zu geben - zur Wiedergutmachung!
 
Danke, dass du in diesem Zusammenhang mein Bodenkontakt nicht erwähnst. Beim Anfahren fast aus dem Stand, schaffte ich es nicht die Klickis zu lösen und musste ein wenig im Sand spielen.
 
Unsere Gruppenaufteilung war im Großen und Ganzen immer die gleiche. Vorne wechselten drei ab, der Rest zog es vor sich im hinteren Teil zu positionieren. Durch die ständige Führungsarbeit bei den starken Winden, so auch die letzten Kilometer vor dem nächsten Boxenstopp, war ich froh als unser nächster Stopp in Sichtweite kam: Bad Wilsnack.
 
Wir hatten uns im Vorfeld für eine 3- Stopp- Strategie entschieden. Dömitz war vorgegeben- den Rest teilten wir einfach durch drei und für die Dauer der Pausen stand für Detlef schnell fest: je 1o Minuten.
In Dömitz konnten wir uns dank der vorbereiteten Verpflegung gut an die Zeitvorgabe halten- doch in Bad Wilsnack brauchten wir länger: vor allem die Kälte forderte jetzt ihren Tribut. Aber auch die festklemmende Toilettentür kostete Zeit.
 
Die Strecke bis Havelberg verging wie im Flug. Die leichten Steigungen vor Havelberg hat Angela nicht bemerkt- Henning und Detlef jedenfalls ließen es etwas gemütlicher angehen- doch Luft hatten sie noch - zum Sabbeln. Die Abfahrt in der Stadt gehörte dann wieder Detlef… bis zur Baustellenampel - brauchte er eine Auszeit?
 
Die langen Geraden mit Wind von schräg vorne dann wieder in der gewohnten Formation.
Vor Rhinow leuchten zwei Endspurt-Trikots - dies setzte wieder ungeahnte Energien frei.
Sven und Rüdiger (nicht Rolf) hatten eine Zwei-Stopp- Strategie und fuhren schon in ihrem letzten Drittel. Wir wollten dann noch in Friesack beim Aldi stoppen. Rüdiger wirkte, als er das hörte, etwas neidisch.
 
Der Krütli-Tee versagte seinen Dienst! Ein Temperatursturz von gefühlten 10° ließen uns unsere letzte Pause nicht überziehen. Silke und Henning wollten von hier alleine weiter fahren, somit war unser Roadhammer-Team wie am Start wieder zu dritt. Ich drängte zum Aufbruch und legte ein Tempo zum Warmwerden vor. Zumindest bis zur nächsten Gegenwindpassage nach Paulinenaue, in der Gerald wieder seiner Leidenschaft nachkommen wollte. In Nauen wurde der Wind vom Regen abgelöst und so setzte die Dämmerung doch früher ein als erwartet. Um in dem zunehmenden Autoverkehr nicht überrollt zu werden, schalteten wir wieder unser Licht ein. Das Fahren wurde zunehmend schwerer. Das Licht spiegelte sich in der nassen Fahrbahn. Die Scheinwerfer von den Autos blendeten. Die Ampeln (irgendwie waren die immer rot!) bremsten unseren Endspurt. Durch die hohe Konzentration auf den Verkehr und die widrigen Umständen rollten wir am Ziel vorbei. Dank der aufmerksamen Helfer wurden wir zurückgerufen und uns erwartete ein warmer Raum mit einem warmen Getränk!
 
Die von Detlef angepeilten 11 h haben wir nicht geschafft- da hätte auch eine geölte Klotüre an der Tanke nicht geholfen. Das Wetter war nicht so schlecht, wie vorhergesagt.
Detlef: „Ich fahr jetzt so lange Hamburg- Berlin bis irgendwann das Wetter gut ist und wenn ich Hundert werden muss.“
 
 
Angela      Gerald

Fotos