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  Mountainbike im Sommer
 
Biken im Oberharz
 
Die Anreise verlief incl. der üblichen Staustellen völlig normal. Unsere Jugendherberge in Clausthal-Zellerfeld fanden wir auf Anhieb und so blieb uns noch Zeit den Ort und die Gegend zu erkunden.
Auf den recht gut ausgeschilderten MTB-Strecken der Volksbank-Arena-Harz und dem dazugehörigen Kartenmaterial konnten wir uns schnell auf einige Touren einigen. Für den ersten Tag nahmen wir uns den Spiegeltal-Trail mit 527hm auf 23,3km mit einer max. Steigung von 20% vor. Laut Streckenbeschreibung lagen 3,4km Asphalt, 15km Schotter und 4,9km Singeltrails vor uns, auf die freute ich mich am meisten! Und sie hatten es in sich, Warnschilder wiesen auf einen schmalen Wanderweg hin, das war leicht unter trieben: Brennnesseln, Brombeersträucher und anderes Gesträuch bearbeiteten unsere Beine. Nasse, rutschige Schieferplatten erschwerten uns den Weg zu halten. Nach einem Abstecher nach Hahnenklee, wo wir in einem Bike-Park schnupperten, erklommen wir die nächste Anhöhe: Schalke!
Nein, wir hatten uns nicht verfahren. Der Berg hieß tatsächlich Schalke und ließ uns mit seiner Höhe von 762m ganz schön ins Schwitzen kommen. Wir verließen dann die uns vorgenommene Route und schlängelten uns über Schotterpisten und durch Wälder Richtung Heimat. Die letzten Kilometer legten wir wieder auf unserer Route zurück, die uns einen finalen Anstieg bescherte. Bei mir war die Luft raus – die Sonne stach, das Wasser war alle und die nicht aufhörende Hölle, ob 15% oder 18% - egal!  Jetzt schieb’ ich. Am Ende standen 55km auf dem Tacho. Ich träumte von dem Bike-Park….
Auch der nächste Tag hielt seine Überraschungen bereit. Die ersten Kilometer sausten wir ins Tal – ja so macht Rad fahren Spaß! Ein Singletrail folgte dem anderen. Meine Mutter hatte ich schnell hinter mir gelassen. Wo bleibt sie nur? Hin und wieder machten uns die Wurzeln zu schaffen, manche schmissen mich sogar aus der Bahn. Oh’ das geht hier aber steil ´runter… Das Fahrrad landete auf meinen Rücken, gut das ist in Ordnung – weiter geht´s. Inzwischen fahren wir wieder zusammen. Nach einer kleinen Abkühlung in der Iberger Tropfsteinhöhle wollten wir natürlich auch auf den Berg. Kurz vor dem Albertturm riss die Kette meiner Mutter. Die mühsam erkämpften Höhenmeter rollten wir nur wieder zurück ins Tal. Dort gab es aber keine Werkstatt, so dass wir mit der provisorisch reparierten Kette nach Clausthal zurück mussten – auf Asphalt ohne Trails, das war öde! Wieder träumte ich vom Bike-Park.
Heute sollte mein Traum in Erfüllung gehen: Bike-Park!!! Nachdem Entleihen des richtigen Rades, es musste natürlich ein Downhill sein, und der entsprechenden Schutzausrüstung (Protektorenjacke, Integralhelm, Knie- und Schienbeinschoner) konnte der Spaß beginnen. Diesen Berg, den Bocksberg 723m, fuhr ich jetzt nur noch mit dem Lift nach oben. Für jeden war etwas dabei: Downhill, Freeride, Singletrails mittel/schwer/leicht, Racetrack – ich probierte sie alle aus! Rampen, Wurzeln, Sprünge, Matsch – eine helle Freude! Ich war froh über die Schutzkleidung, denn sie war wirklich von Nöten. Meine Mutter verzichtete auf die Seilbahn und erklomm nach Radfahrermanier den Berg mit Muskelkraft, `runter hat sie meistens geschoben, später fand sie auch die Rodelbahn, die man mit „Monsterrollern“ hinunter sauste, selbst da bremste sie die ganze Zeit!
Ich habe jetzt „Blut geleckt“ und fahre bestimmt noch ´mal in den Bike-Park nach Hahnenklee!

Marten